Neuer Therapieansatz bei atopischer Dermatitis Das Gleichgewicht des Mikrobioms wiederherstellen

Untersuchungen von La Roche-Posay verdeutlichen, wie wichtig es ist, neben der gestörten Hautbarriere und den Entzündungsreaktionen auch das kutane Mikrobiom in die Therapie der atopischen Dermatitis miteinzubeziehen. Im Rahmen des Mittagsseminars „Brennpunkt: Atopische Dermatitis“ stellte Prof. Dr. Dr. Thomas Bieber, Bonn, aktuelle Studienergebnisse vor und erörterte deren Relevanz für die dermatologische Behandlung.

 

 

„Jeder Mensch besitzt 10x mehr Bakterien als Körperzellen. Das Mikrobiom wird daher auch als zweites Genom bezeichnet“, informierte Prof. Dr. Dr. Thomas Bieber, Bonn. Inzwischen weiß man, dass das Mikrobiom und insbesondere dessen Ausmaß an Heterogenität – die Diversität – die Gesunderhaltung von Organen beeinflusst. „Sobald eine Bakterienart dominiert, deutet dies auf einen pathophysiologischen Zustand hin“, erklärte der Experte.

 

 

Untersuchungen von La Roche-Posay zum kutanen Mikrobiom zeigen, dass die Diversität bei atopischer Dermatitis gegenüber gesunder Haut signifikant reduziert ist. In Läsionen sinkt diese weiter ab und der Anteil an entzündungsauslösenden Staphylokokken steigt überproportional an [1]. Die Kolonisierung mit Staphylococcus aureus korreliert dabei mit dem Schweregrad der atopischen Dermatitis [2]. Es wird vermutet, dass das Wachstum der Staphylokokken dem Schub vorausgeht und somit bei der Pathogenese der atopischen Dermatitis eine Rolle spielt [3].

 

 

Lipikar Baume AP+ kann Staphylokokken-Anteil reduzieren und das Mikrobiom modulieren

Daher stellt die Reduzierung des erhöhten Staphylokokken-Anteils einen wichtigen Ansatzpunkt in der Therapie der atopischen Dermatitis dar. Desinfizierende Maßnahmen oder Antibiotika-Gabe reduzieren jedoch auch nicht-pathogene Keime. „Besser wäre ein Ansatz“, erörterte Bieber, „der das Immunsystem mittels bestimmter Signale beeinflusst und die physiologische Abwehr der Haut stärkt.“ Eine erste Studie zeigt, dass das Auftragen des Lysates von Vitreoscilla filiformis eine, im Vergleich zu Placebo, deutliche Verbesserung des SCORADs erzielt und den Staphylokokken-Anteil in Läsionen reduziert [4]. La Roche-Posay führte diesen Therapieansatz weiter aus und untersuchte wie sich eine Basistherapie mit einem Pflegebalsam, der das Vitreoscilla filiformis-Lysat enthält (Lipikar Baume AP+), auf die Schubhäufigkeit und die Diversität des Mikrobioms bei atopischer Dermatitis auswirkt. Die Patienten wurden nach medikamentöser Behandlung randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde 2x täglich mit Lipikar Baume AP+ behandelt, die zweite erhielt ein Standardprodukt ohne Lysat.

 

 

„Nach 28 Tagen sah man einen signifikanten Unterschied: In der Lipikar-Gruppe waren 82 % der Patienten ohne Schub – im Vergleich zu 26 % in der Placebo-Gruppe“, kommentierte Bieber die Studienergebnisse. Leider liegen zurzeit noch keine Ergebnisse zur langfristigen Anwendung vor. Die Daten der letzten Untersuchungswoche deuten darauf hin, dass sich durch die Basistherapie mit Lipikar Baume AP+ die atopische Dermatitis besser kontrollieren lässt als mit dem Standardprodukt. In der Lipikar-Gruppe zeigte sich bei 47,8 % der Probanden eine Verbesserung (gegenüber 26,1 % in der Placebo-Gruppe) und deutlich weniger Patienten gaben eine Verschlechterung des Zustandes an. Mikrobiom-Analysen läsionaler und nicht-läsionaler Hautareale belegen zudem, dass Lipikar Baume AP+ im Gegensatz zu dem Vergleichsprodukt in der Lage ist, das Mikrobiom bei atopischer Dermatitis zu modulieren und den Staphylokokken-Anteil in läsionalen sowie nicht-läsionalen Hautarealen zu reduzieren [5]. „Die Ergebnisse sind“, resümierte Bieber, „ein starker Hinweis, dass ein derartiger Ansatz einen positiven Effekt hat“.

 

Quelle: Mittagsseminar „Brennpunkt: Atopische Dermatitis“, 29.04.2015. 48. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Berlin

 

Literatur

  1. Seite S, Flores GE, Henley JB, Martin R, Zelenkova H, Aguilar L, Fierer N (2014) Microbiome of affected and unaffected skin of patients with atopic dermatitis before and after emollient treatment. J Drugs Dermatol 13(11): 1365-1372.
  2. Volz T, Kaesler S, Skabytska Y, Biedermann T (2015) The role of the innate immune system in atopic dermatitis. Der Hautarzt 66(2): 90–95.
  3. Kong HH, Oh J, Deming C, Conlan S, Grice EA, Beatson MA, Nomicos E, Polley EC, Komarow HD (2012) Temporal shifts in the skin microbiome associated with disease flares and treatment in children with atopic dermatitis. Genome Research 22(5): 850-859.
  4. Gueniche A, Knaudt B, Schuck E, Volz T, Bastien P, Martin R, Röcken M, Breton L, Biedermann T (2008) Effects of nonpathogenic gram-negative bacterium Vitreoscilla filiformis lysate on atopic dermatitis: a prospective, randomized, double-blind, placebo-controlled clinical study. Br J Dermatol 159: 1357-1363.
  5. Klinische Studie durchgeführt von Prof. Zelenkova. 2014. Data on file La Roche-Posay.

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